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Wer war Jesus?

Die folgenden Texte geben dir einen kurzen Einblick in das Leben von Jesus Christus. Es sind Auszüge direkt aus dem Johannesevangelium, einem Buch aus der Bibel, ohne ergänzende Kommentare. Dadurch kannst du dir schnell ein genaues Bild davon machen, was es mit Jesu Leben, Tod und Auferstehung auf sich hatte … und warum sein Leben so wichtig ist für dich.

Johannes 3

Einer von den Männern des Hohen Rates war der Pharisäer Nikodemus. Mitten in der Nacht kam er heimlich zu Jesus: „Meister“, sagte er, „wir wissen, dass Gott dich als Lehrer zu uns gesandt hat. Denn niemand kann die Wunder tun, die du vollbringst, wenn Gott ihn nicht dazu befähigt.“

Darauf erwiderte Jesus: „Ich will dir etwas sagen, Nikodemus: Wer nicht neu geboren wird, kann nicht in Gottes neue Welt kommen.“

Verständnislos fragte der Pharisäer: „Wie kann ein Erwachsener neu geboren werden? Er kann doch nicht wieder in den Mutterleib zurück und noch einmal auf die Welt kommen!“

„Ich sage dir die Wahrheit!“, entgegnete Jesus. „Nur wer durch Wasser und durch Gottes Geist neu geboren wird, kann in Gottes neue Welt kommen! Ein Mensch kann immer nur menschliches Leben zur Welt bringen. Wer aber durch Gottes Geist geboren wird, bekommt neues Leben. Wundere dich deshalb nicht, wenn ich dir gesagt habe: Ihr müsst neu geboren werden. Es ist damit wie beim Wind: Er weht, wie er will. Du hörst ihn, aber du kannst nicht erklären, woher er kommt und wohin er geht. So ist es auch mit der Geburt aus Gottes Geist.“

Nikodemus ließ nicht locker: „Aber wie soll das nur vor sich gehen?“

Jesus erwiderte: „Du bist doch ein anerkannter Gelehrter in Israel und müsstest das eigentlich verstehen! Es gibt nur einen, der zum Himmel hinaufsteigt: der Menschensohn, der vom Himmel herabgekommen ist. Jeder, der ihm vertraut, wird das ewige Leben haben.

Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben. Gott hat nämlich seinen Sohn nicht zu den Menschen gesandt, um über sie Gericht zu halten, sondern um sie zu retten. Wer an ihn glaubt, der wird nicht verurteilt werden. Wer aber nicht an den einzigen Sohn Gottes glaubt, über den ist wegen seines Unglaubens das Urteil schon gesprochen.

Die Verse wurden in folgender Reihenfolge verwendet:
Johannes 3,1-2; 3,3; 3,4; 3,5-8; 3,9; 3,10.13.15; 3,16-18

Johannes 1

Am Anfang war das Wort [Jesus].
      Das Wort war bei Gott,
      und das Wort war Gott selbst.
Von Anfang an war es bei Gott.
Alles wurde durch das Wort geschaffen,
      und nichts ist ohne das Wort geworden.
Von ihm kam alles Leben,
      und sein Leben war das Licht für alle Menschen.
Es leuchtet in der Finsternis,
      doch die Finsternis wehrte sich gegen das Licht.

Doch obwohl er unter ihnen lebte und die Welt durch ihn geschaffen wurde, erkannten ihn die Menschen nicht. Er kam in seine Welt, aber die Menschen nahmen ihn nicht auf. Die ihn aber aufnahmen und an ihn glaubten, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden. Das wurden sie nicht, weil sie zu einem auserwählten Volk gehörten, auch nicht durch menschliche Zeugung und Geburt. Dieses neue Leben gab ihnen allein Gott.

Das Wort wurde Mensch und lebte unter uns. Wir selbst haben seine göttliche Herrlichkeit gesehen, wie sie Gott nur seinem einzigen Sohn gibt. In ihm sind Gottes vergebende Liebe und Treue zu uns gekommen.

Die Verse wurden in folgender Reihenfolge verwendet:
Johannes 1,1-5; 1,10-13; 1,14

Johannes 5

Viele Kranke, Blinde, Gelähmte und Gebrechliche lagen in diesen Hallen. Einer von den Menschen, die dort lagen, war schon seit achtunddreißig Jahren krank. Als Jesus ihn sah und erfuhr, dass er schon so lange an seiner Krankheit litt, …

… da forderte ihn Jesus auf: „Steh auf, roll deine Matte zusammen und geh!“

Im selben Augenblick war der Mann geheilt. Er nahm seine Matte und ging seines Weges. Das geschah an einem Sabbat. Einige der Juden, die den Geheilten sahen, hielten ihm vor: „Heute ist doch Sabbat! Da darf man keine Matte tragen!“

„Aber der Mann, der mich heilte, hat es mir ausdrücklich befohlen“, antwortete er ihnen.

„Wer hat dir so etwas befohlen?“, fragten sie nun.

„Es war Jesus, der mich geheilt hat!“

Von da an lauerten die Juden Jesus auf, weil er sogar am Sabbat Kranke heilte. Aber Jesus sagte ihnen: „Zu jeder Zeit tut mein Vater Gutes, und ich folge nur seinem Beispiel.“

Nach dieser Antwort waren die Juden erst recht entschlossen, ihn umzubringen. Denn Jesus hatte nicht nur ihre Sabbatvorschriften missachtet, sondern sogar Gott seinen Vater genannt und sich dadurch Gott gleichgestellt.

Die Verse wurden in folgender Reihenfolge verwendet:
Johannes 5,3a und 5-6; 5,8; 5,9-10; 5,11; 5,12 und 15b; 5,16-17; 5,18

Johannes 6

Als Jesus die vielen Menschen kommen sah, fragte er Philippus: „Wo können wir für alle diese Leute Brot kaufen?“ Er fragte dies, um zu sehen, ob Philippus ihm vertraute; denn er wusste, wie er die Menschen versorgen würde.

Philippus überlegte: „Wir müssten 200 Silberstücke ausgeben, wenn wir für jeden auch nur ein kleines Stückchen Brot kaufen wollten.“

Da brachte Andreas, der Bruder von Simon Petrus, ein Kind zu ihnen: „Hier ist ein Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische mitgebracht. Aber was ist das schon für so viele Menschen!“

Jetzt forderte Jesus die Jünger auf: „Sagt den Leuten, dass sie sich hinsetzen sollen!“ Etwa fünftausend Männer lagerten sich auf dem Boden, der dort von dichtem Gras bewachsen war. Dann nahm Jesus die fünf Gerstenbrote, dankte Gott dafür und ließ sie an die Menschen austeilen, ebenso die beiden Fische. Jeder bekam so viel, wie er wollte.

Als alle satt waren, sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Sammelt die Reste ein, damit nichts verdirbt!“ Und die Jünger füllten noch zwölf Körbe mit den Resten. So viel war von den fünf Gerstenbroten übrig geblieben.

Jesus antwortete ihnen: „Ich weiß, weshalb ihr zu mir kommt: doch nur, weil ihr von mir Brot bekommen habt und satt geworden seid; nicht weil ihr verstanden hättet, was dieses Wunder bedeutet! Bemüht euch doch nicht nur um das vergängliche Brot, das ihr zum täglichen Leben braucht! Setzt alles dafür ein, die Nahrung zu bekommen, die bis ins ewige Leben reicht. Diese wird der Menschensohn euch geben. Denn Gott, der Vater, hat ihn dazu bestimmt und ihm die Macht gegeben.“

Da fragten sie ihn: „Was sollen wir tun, um Gottes Willen zu erfüllen?“

Er erwiderte: „Nur eins erwartet Gott von euch: Ihr sollt an den glauben, den er gesandt hat.“
„Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird niemals wieder Hunger leiden, und wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben. Denn nach dem Willen meines Vaters wird jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, für immer leben. Ich werde ihn am letzten Tag vom Tod auferwecken.“

Die Verse wurden in folgender Reihenfolge verwendet:
Johannes 6,5-6, 6,7-9, 6,10-11, 6,12-13, 6,26-27, 6,28, 6,29 und 35 und 40

Johannes 7

Am letzten Tag, dem Höhepunkt des großen Festes, trat Jesus wieder vor die Menschenmenge und rief laut: „Wer Durst hat, der soll zu mir kommen und trinken! Wer mir vertraut, wird erfahren, was die Heilige Schrift sagt: Von ihm wird Leben spendendes Wasser ausgehen wie ein starker Strom.“ (Damit meinte er den Heiligen Geist, den alle bekommen würden, die Jesus vertrauen. Den Geist bekamen sie erst, nachdem Jesus in Gottes Herrlichkeit zurückgekehrt war.)

Nach diesen Worten waren einige davon überzeugt: „Er ist der Prophet, den Mose uns angekündigt hat.“ Andere wieder sagten: „Nein, er ist der Christus!“

Die Verse wurden in folgender Reihenfolge verwendet:
Johannes 7,37-39; 7,40-41a

Johannes 10

Weiter sagte Jesus: „Ich sage euch die Wahrheit: Wer nicht durch die Tür in den Schafstall geht, sondern heimlich einsteigt, der ist ein Dieb und Räuber. Der Hirte geht durch die Tür zu seinen Schafen.“

Die Leute, denen Jesus dieses Gleichnis erzählte, verstanden nicht, was er damit meinte. Deshalb erklärte er ihnen:

„Ich bin der gute Hirte. Ein guter Hirte setzt sein Leben für die Schafe ein. Anders ist es mit einem, dem die Schafe nicht gehören und der nur wegen des Geldes als Hirte arbeitet. Er wird fliehen, wenn der Wolf kommt, und die Schafe sich selbst über­lassen. Der Wolf wird über die Schafe herfallen und die Herde auseinander jagen. Einem solchen Mann liegt nichts an den Schafen.

Ich aber bin der gute Hirte und kenne meine Schafe, und sie kennen mich; genauso wie mich mein Vater kennt und ich den Vater kenne. Ich gebe mein Leben für die Schafe.“

„Der Vater liebt mich, weil ich mein Leben hingebe, um es neu zu empfangen. Niemand nimmt mir mein Leben, ich gebe es freiwillig. Ich habe die Macht und die Freiheit, es zu geben und zu nehmen.“

„Wenn ich nicht das tue, was mein Vater will, braucht ihr mir nicht zu glauben. Tue ich es aber, dann glaubt doch wenigstens diesen Taten, wenn ihr schon mir nicht glauben wollt! Dann werdet ihr endlich erkennen und glauben, dass der Vater in mir ist und ich im Vater bin!“

Die Verse wurden in folgender Reihenfolge verwendet:
Johannes 10,1-2; 10,6-7a; 10,11-13; 10,14-15; 10,17-18a; 10,37-38

Johannes 11

Ein Mann namens Lazarus, der in Betanien wohnte, war schwer erkrankt. Im selben Dorf wohnten auch seine Schwestern Maria und Marta. Weil ihr Bruder Lazarus so krank war, ließen die beiden Schwestern Jesus mitteilen: „Herr, dein Freund Lazarus ist schwer erkrankt!“
Jesus liebte Marta, ihre Schwester Maria und Lazarus. Aber obwohl er nun wusste, dass Lazarus schwer krank war, wartete er noch zwei Tage.

Erst danach sagte er zu seinen Jüngern: „Wir wollen wieder nach Judäa gehen.“ Doch seine Jünger wandten ein: „Meister, vor kurzem haben die Leute in Judäa versucht, dich umzubringen. Und jetzt willst du wieder dorthin?“

„Unser Freund Lazarus ist eingeschlafen, aber ich will hingehen und ihn aufwecken!“

Die Jünger erwiderten: „Wenn er schläft, wird er bald wieder gesund sein.“ Sie glaubten nämlich, Jesus hätte vom gewöhnlichen Schlaf gesprochen, aber er redete vom Tod des Lazarus. Deshalb sagte Jesus ihnen offen: „Lazarus ist tot! Wir wollen jetzt gemeinsam zu ihm gehen!“

Als sie in Betanien ankamen, lag Lazarus schon vier Tage im Grab. Marta sagte zu Jesus: „Herr, wärst du hier gewesen, würde mein Bruder noch leben. Aber auch jetzt weiß ich, dass Gott dir alles geben wird, worum du ihn bittest.“

„Dein Bruder wird auferstehen!“, versicherte ihr Jesus.

„Ja, ich weiß“, sagte Marta, „am letzten Tag, am Tag der Auferstehung.“

Darauf erwiderte ihr Jesus: „Ich bin die Auferstehung, und ich bin das Leben. Wer mir vertraut, der wird leben, selbst wenn er stirbt. Und wer lebt und mir vertraut, wird niemals sterben. Glaubst du das?“

„Ja, Herr“, antwortete ihm Marta. „Ich glaube, dass du Christus bist, der Sohn Gottes, auf den wir so lange gewartet haben.“

Aber Maria lief zu Jesus. Sie fiel vor ihm nieder und rief: „Herr, wenn du da gewesen wärst, würde mein Bruder noch leben!“

Jesus sah, wie sie und die Trauergäste weinten. Da war er tief bewegt und erschüttert. „Wo habt ihr ihn hingelegt?“, fragte er. Sie antworteten: „Komm, Herr, wir zeigen es dir!“

Auch Jesus kamen die Tränen. „Seht“, sagten die Juden, „er muss ihn sehr lieb gehabt haben!“ Doch einige meinten: „Einen Blinden hat er sehend gemacht. Hätte er nicht verhindern können, dass Lazarus starb?“

Da war Jesus erneut tief bewegt. Er trat an das Grab. Es war eine Höhle, die man mit einem großen Stein verschlossen hatte. „Hebt den Stein weg!“, befahl Jesus.

Aber Marta, die Schwester des Verstorbenen, sagte: „Herr, der Geruch wird unerträglich sein! Er ist doch schon vier Tage tot!“

„Habe ich dir nicht gesagt“, entgegnete ihr Jesus, „du wirst die Herrlichkeit Gottes sehen, wenn du nur glaubst?“

Sie schoben den Stein weg. Jesus sah zum Himmel auf und betete: „Vater, ich danke dir, dass du mein Gebet erhört hast! Ich weiß, dass du mich immer erhörst, aber ich sage es wegen der vielen Menschen, die hier stehen. Sie sollen alles miterleben und glauben, dass du mich gesandt hast.“ Dann rief er laut: „Lazarus, komm heraus!“ Und Lazarus kam heraus. Hände und Füße waren mit Grabtüchern umwickelt, und auch sein Gesicht war mit einem Tuch verhüllt. „Nehmt ihm die Tücher ab“, forderte Jesus die Leute auf, „und lasst ihn gehen.“ Viele von den Juden, die bei Maria gewesen waren, glaubten an Jesus, nachdem sie gesehen hatten, was er tat.

Aber einige liefen schnell zu den Pharisäern und berichteten ihnen alles. Darauf beriefen die Hohenpriester und Pharisäer eine Sitzung des Hohen Rates ein. Sie fragten sich: „Was sollen wir bloß tun? Dieser Jesus vollbringt viele Wunder, und wenn wir nichts gegen ihn unternehmen, wird bald das ganze Volk an ihn glauben.“ Von dem Tag an waren die führenden Männer der Juden fest entschlossen, Jesus zu töten.

Die Verse wurden in folgender Reihenfolge verwendet:
Johannes 11,1 und 2b-3; 11,5-6; 11,7-8; 11,11b und 12-14 und 15b; 11,17 und 21-22; 11,23; 11,24; 11,25-26; 11,27; 11,32; 11,33-34; 11,35-37; 11,38-39a; 11,39b; 11,40; 11,41-45; 11,46-48a und 53

Johannes 12

Und doch gab es unter den führenden Männern des Volkes viele, die an Jesus glaubten. Aber aus Angst vor den Pharisäern bekannten sie sich nicht öffentlich zu ihm. Denn sie wollten nicht aus der Gemeinschaft des jüdischen Volkes ausgeschlossen werden. Ihnen bedeutete die Zustimmung der Menschen mehr als das Ansehen bei Gott.

Verwendete Verse: Johannes 12,42 und 43

Johannes 13

Am Vorabend des Passahfestes wusste Jesus, dass nun die Zeit gekommen war, diese Welt zu verlassen und zum Vater zurückzukehren. An diesem Abend aß Jesus zusammen mit seinen Jüngern. Der Teufel hatte Judas, den Sohn von Simon Iskariot, schon zum Verrat an Jesus verführt.

Jesus war sehr erschüttert und bestätigte: „Ja, es ist wahr: Einer von euch wird mich verraten!“ Nachdem Judas das Brot genommen hatte, eilte er hinaus in die Nacht.

Die Verse wurden in folgender Reihenfolge verwendet:
Johannes 13,1a und 2; 13,21b und 30

Johannes 14

„Seid nicht bestürzt, und habt keine Angst!“, ermutigte Jesus seine Jünger. „Vertraut Gott, und vertraut mir! Denn im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Sonst hätte ich euch nicht gesagt: Ich gehe hin, um dort alles für euch vorzubereiten. Und wenn alles bereit ist, werde ich kommen und euch zu mir holen. Dann werdet auch ihr dort sein, wo ich bin.

Schon bald werde ich nicht mehr auf dieser Welt sein, und niemand wird mich mehr sehen. Nur ihr, ihr werdet mich sehen. Und weil ich lebe, werdet auch ihr leben. Dann werdet ihr erkennen, dass ich eins bin mit meinem Vater und dass ihr in mir seid und ich in euch bin. Wer meine Gebote annimmt und danach lebt, der liebt mich. Und wer mich liebt, den wird mein Vater lieben. Auch ich werde ihn lieben und mich ihm zu erkennen geben.“

Die Verse wurden in folgender Reihenfolge verwendet:
Johannes 14,1-3; 14,19-21

Johannes 15

[Jesus sagt] „Wie mich der Vater liebt, so liebe ich euch. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr nach meinen Geboten lebt, wird meine Liebe euch umschließen. Auch ich richte mich nach den Geboten meines Vaters und lebe in seiner Liebe. Das alles sage ich euch, damit meine Freude euch ganz erfüllt und eure Freude dadurch vollkommen wird.“

„Und so lautet mein Gebot: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe. Niemand liebt mehr als einer, der sein Leben für die Freunde hingibt.“

„Wenn die Menschen euch hassen, dann vergesst nicht, dass man mich schon vor euch gehasst hat. Wenn ich nicht vor aller Augen Gottes Wunder vollbracht hätte, die kein anderer tun kann, wären sie ohne Schuld. Aber nun haben sie alles miterlebt, und trotzdem hassen sie mich und auch meinen Vater. Dies geschieht, damit sich die Voraussage der Heiligen Schrift erfüllt: ‚Sie hassen mich ohne jeden Grund!‘“

Die Verse wurden in folgender Reihenfolge verwendet:
Johannes 15,9-11; 15,12-13; 15,18 und 24-25

Johannes 16

[Jesus sagt] „Ich sage euch die Wahrheit: Ihr werdet weinen und klagen, und die Menschen in dieser Welt werden sich darüber freuen. Ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll sich in Freude verwandeln! Auch ihr seid jetzt sehr traurig, aber ich werde euch wiedersehen. Dann werdet ihr froh und glücklich sein, und diese Freude kann euch niemand mehr nehmen. … Denn der Vater liebt euch, weil ihr mich liebt und daran glaubt, dass ich von Gott gekommen bin. Ja, ich war beim Vater und bin in die Welt gekommen, und jetzt verlasse ich sie wieder, um zum Vater zurückzukehren.“

Verwendete Verse: Johannes 16,20.22 und 27-28

Johannes 17

Nach diesen Worten sah Jesus zum Himmel auf und betete: „Vater, die Zeit ist gekommen! Lass jetzt die Herrlichkeit deines Sohnes erkennbar werden, damit dein Sohn deine Herrlichkeit sichtbar macht. Du hast ihm Macht über die Menschen gegeben, damit er allen ewiges Leben schenkt, die du ihm anvertraut hast. Und das allein ist ewiges Leben: dich, den einen wahren Gott, zu erkennen, und Jesus Christus, den du gesandt hast.

Ich habe hier auf der Erde den Menschen gezeigt, wie herrlich du bist. Ich habe deinen Auftrag erfüllt. Und nun, Vater, gib mir wieder Anteil an der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt erschaffen wurde.

Aber dies alles wollte ich noch sagen, solange ich bei ihnen bin, damit meine Freude auch sie ganz erfüllt. Ich habe ihnen deine Botschaft weitergegeben, und die Welt hasst sie deswegen, weil sie ebenso wie ich nicht zu ihr gehören.

Ich bitte aber nicht nur für sie, sondern für alle, die durch ihre Worte von mir hören werden und an mich glauben.

Guter und treuer Vater! Wenn die Welt dich auch nicht kennt, ich kenne dich, und diese hier haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Ich habe ihnen gezeigt, wer du bist. Das werde ich auch weiter tun, damit deine Liebe zu mir auch sie erfüllt, ja, damit ich selbst in ihnen lebe.“

Die Verse wurden in folgender Reihenfolge verwendet:
Johannes 17,1-3; 17,4-5; 17,13b-14; 17,20; 17,25-26

Johannes 18

Nach diesem Gebet überquerte Jesus mit seinen Jüngern den Bach Kidron. Auf der anderen Seite lag ein Garten. Dorthin ging Jesus mit seinen Jüngern. Judas, der Verräter, kannte diese Stelle, denn Jesus hatte sich oft mit seinen Jüngern dort aufgehalten. Nun erschien Judas mit einem Trupp römischer Soldaten und Männern, die ihm die Hohenpriester und Pharisäer mitgegeben hatten. Sie trugen Fackeln und Lampen und waren bewaffnet.

Jesus wusste, was jetzt geschehen würde. Er ging ihnen entgegen und fragte: „Wen sucht ihr?“

„Jesus von Nazareth“, war die Antwort.

„Ich bin es!“, erklärte Jesus. Judas, sein Verräter, stand mitten unter den Soldaten.
Der römische Offizier befahl seinen Soldaten und den Dienern des Hohenpriesters, Jesus festzunehmen und zu fesseln.

Deshalb ging Pilatus zu ihnen hinaus und fragte: „Welche Anklage erhebt ihr gegen diesen Mann? Was hat er getan?“

Sie antworteten: „Wenn er kein Verbrecher wäre, hätten wir ihn nicht zu dir gebracht.“

„Dann nehmt ihn mit, und verurteilt ihn nach eurem [jüdischen] Gesetz!“, entgegnete Pilatus.

„Aber wir dürfen doch niemanden hinrichten“, wandten sie ein. So sollten sich die Worte Jesu erfüllen, mit denen er vorausgesagt hatte, wie er sterben würde.

Die Verse wurden in folgender Reihenfolge verwendet:
Johannes 18,1-3; 18,4; 18,5a; 18,5b und 12; 18,29; 18,30; 18,31-32

Johannes 19

Da befahl Pilatus, Jesus abzuführen und ihn auszupeitschen. Die Soldaten flochten eine Krone aus Dornenzweigen und setzten sie ihm auf den Kopf. Dann hängten sie ihm einen purpurroten Mantel um, stellten sich vor ihn hin und spotteten: „Sei gegrüßt, du König der Juden!“ Und sie schlugen ihm ins Gesicht.

Pilatus ging erneut zu den Juden hinaus und sagte: „Ich will ihn euch noch einmal vorführen, damit ihr erkennt, dass er unschuldig ist!“

Dann kam Jesus heraus. Er trug die Dornenkrone und den roten Mantel. Und Pilatus forderte die Menge auf: „Seht ihn euch an, was für ein Mensch!“ Aber kaum hatten die Hohenpriester und die Tempeldiener Jesus erblickt, fingen sie an zu schreien: „Ans Kreuz! Ans Kreuz mit ihm!“

Daraufhin rief Pilatus: „Dann nehmt ihr ihn doch selbst und kreuzigt ihn! Denn ich bin überzeugt: Er ist unschuldig!“

Die Juden entgegneten: „Wir haben ein Gesetz, an das wir uns halten; und nach dem Gesetz muss er sterben, denn er hat sich als Sohn Gottes ausgegeben.“

Als Pilatus das hörte, bekam er noch mehr Angst. Er ging wieder in den Palast zurück und fragte Jesus: „Woher kommst du?“

Doch Jesus antwortete nichts.

„Redest du nicht mehr mit mir?“, fragte Pilatus. „Hast du vergessen, dass es in meiner Macht steht, dich freizugeben oder dich ans Kreuz nageln zu lassen?“

Jetzt antwortete Jesus: „Du hättest keine Macht über mich, wäre sie dir nicht von Gott gegeben. Deswegen haben die Leute größere Schuld auf sich geladen, die mich dir ausgeliefert haben.“

Da versuchte Pilatus noch einmal, Jesus freizulassen. Aber die Juden schrien…“Weg mit ihm!“, brüllten sie. „Ans Kreuz mit ihm!“ Da gab Pilatus nach und befahl, Jesus zu kreuzigen.

Die Soldaten packten Jesus und führten ihn aus Jerusalem hinaus. Sein Kreuz musste er selbst tragen, vom Richtplatz bis hin zur „Schädelstätte“. Auf Hebräisch heißt dieser Ort „Golgatha“. Dort schlugen sie ihn ans Kreuz.

Jesus wusste, dass nun sein Auftrag erfüllt war. Er sagte: „Ich habe Durst!“ Damit sollte sich die Vorhersage der Heiligen Schrift erfüllen. In der Nähe stand ein Krug mit Essigwasser. Die Soldaten tauchten einen Schwamm hinein, steckten ihn auf einen Ysopstängel und hielten Jesus den Schwamm an den Mund. Als Jesus davon getrunken hatte, rief er: „Es ist vollbracht!“ Dann ließ er den Kopf sinken und starb.

Das alles geschah am Tag vor dem Passahfest. Damit die Toten nicht an diesem hohen Feiertag am Kreuz hängen blieben, gingen die führenden Männer der Juden zu Pilatus und baten ihn, er solle den Gekreuzigten die Beine brechen und sie vom Kreuz abnehmen lassen.

Pilatus schickte Soldaten, und sie brachen den beiden mit Jesus gekreuzigten Verbrechern die Beine. Als sie zu Jesus kamen, stellten sie fest, dass er bereits tot war. Deshalb brachen sie ihm nicht die Beine. Aber einer der Soldaten stieß ihm eine Lanze in die Seite. Sofort flossen Blut und Wasser aus der Wunde.

Nachdem das alles geschehen war, bat Josef aus Arimathäa um die Erlaubnis, den toten Jesus vom Kreuz abnehmen zu dürfen. Pilatus erlaubte es ihm, und so ging er zum Kreuz und nahm den Leichnam ab. Auch Nikodemus, der Jesus einmal nachts aufgesucht hatte, kam und brachte etwa dreißig Kilogramm einer Mischung aus Myrrhe und Aloe. Mit diesen wohlriechenden Salbölen wickelten sie den Leichnam Jesu in Leinentücher ein. So war es beim Begräbnis von Juden üblich. In der Nähe der Hinrichtungsstätte lag ein Garten. Dort gab es ein in den Fels gehauenes, noch nicht benutztes Grab. In dieses nahe gelegene Grab legten sie Jesus, denn sie hatten es eilig, weil bald der Sabbat begann.

Die Verse wurden in folgender Reihenfolge verwendet:
Johannes 19,1-3; 19,4; 19,5-6a; 19,6b; 19,7; 19,8-9a; 19,9b; 19,10; 19,11; 19,12a; 15a; 16a; 19,16b-18a; 19,28-30; 19,31; 19,32-34; 19,38a und 38c-42

Johannes 20

Am ersten Tag nach dem Sabbat, noch vor Sonnenaufgang, ging Maria aus Magdala zum Grab. Da sah sie, dass der Stein nicht mehr vor dem Eingang des Grabes lag. Sofort lief sie zu Simon Petrus und dem anderen Jünger, den Jesus liebte. Aufgeregt berichtete sie ihnen: "Sie haben den Herrn aus dem Grab geholt, und wir wissen nicht, wohin sie ihn gebracht haben!"

Da beeilten sich Petrus und der andere Jünger, um möglichst schnell zum Grab zu kommen. Gemeinsam liefen sie los, aber der andere war schneller als Petrus und kam zuerst am Grab an. Ohne hineinzugehen, schaute er in die Grabkammer und sah die Leinentücher dort liegen.

Dann kam auch Simon Petrus. Er ging in das Grab hinein und sah ebenfalls die Leinentücher zusammen mit dem Tuch, das den Kopf Jesu bedeckt hatte. Es lag nicht zwischen den Leinentüchern, sondern zusammengefaltet an der Seite. Jetzt ging auch der andere Jünger, der zuerst angekommen war, in die Grabkammer. Er sah sich darin um, und nun glaubte er, dass Jesus von den Toten auferstanden war. Denn bis zu diesem Zeitpunkt hatten sie die Heilige Schrift noch nicht verstanden, in der es heißt, dass Jesus von den Toten auferstehen wird. Die Jünger gingen nach Hause zurück.

Inzwischen war auch Maria zum Grab zurückgekehrt und blieb voll Trauer davor stehen. Weinend schaute sie in die Kammer und sah plötzlich zwei weiß gekleidete Engel an der Stelle sitzen, wo Jesus gelegen hatte; einen am Kopfende, den anderen am Fußende.

"Warum weinst du?", fragten die Engel.

"Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingebracht haben", antwortete Maria aus Magdala.

Als Maria sich umblickte, sah sie Jesus vor sich stehen. Aber sie erkannte ihn nicht.

Er fragte sie: "Warum weinst du, und wen suchst du?"

Maria hielt Jesus für den Gärtner und fragte deshalb: "Hast du ihn weggenommen? Dann sag mir doch, wohin du ihn gebracht hast. Ich will ihn holen."

"Maria!", sagte Jesus nun.

Sie wandte sich ihm zu und rief: "Rabbuni!" Das ist Hebräisch und heißt: "Mein Meister."

Jesus sagte: "Halte mich nicht fest! Denn ich bin noch nicht zu meinem Vater zurückgekehrt. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe zurück zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott!"

Maria aus Magdala lief nun zu den Jüngern und berichtete ihnen: "Ich habe den Herrn gesehen!"

An diesem Sonntagabend hatten sich alle Jünger versammelt. Aus Angst vor den Juden ließen sie die Türen fest verschlossen. Plötzlich war Jesus bei ihnen. Er trat in ihre Mitte und grüßte sie: "Friede sei mit euch!"

Dann zeigte er ihnen die Wunden in seinen Händen und an seiner Seite. Als die Jünger ihren Herrn sahen, freuten sie sich sehr. Und Jesus sagte noch einmal: "Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!" Dann hauchte er sie an und sprach: "Empfangt den Heiligen Geist!

Thomas, einer der zwölf Jünger, …, war nicht dabei. Deshalb erzählten die Jünger ihm später: "Wir haben den Herrn gesehen!"

Doch Thomas zweifelte: "Das glaube ich nicht! Ich glaube es erst, wenn ich seine durchbohrten Hände gesehen habe. Mit meinen Fingern will ich sie fühlen, und meine Hand will ich in die Wunde an seiner Seite legen."

Acht Tage später hatten sich die Jünger wieder versammelt. Diesmal war Thomas bei ihnen. Und obwohl sie die Türen wieder abgeschlossen hatten, stand Jesus auf einmal in ihrer Mitte und grüßte sie: "Friede sei mit euch!"

Dann wandte er sich an Thomas: "Leg deinen Finger auf meine durchbohrten Hände! Gib mir deine Hand und leg sie in die Wunde an meiner Seite! Zweifle nicht länger, sondern glaube!"

Thomas antwortete: "Mein Herr und mein Gott!"

Jesus sagte zu ihm: "Du glaubst, weil du mich gesehen hast. Wie glücklich können erst die sein, die mich nicht sehen und trotzdem glauben!"

Die Verse wurden in folgender Reihenfolge verwendet:
Johannes 20,1-2; 20,3-5; 20,6-10; 20,11-12; 20,13a; 20,13b; 20,14; 20,15a; 20,15b; 20,16a; 20,16b; 20,17; 20,18a; 20,19; 20,20-22; 20,24-25a; 20,25b; 20,26; 20,27; 20,28; 20,29

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